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Aktuelles

Rückblick auf 15 Jahre Normungsarbeit


Mit der Fertigstellung der ISO 21503 „Guidance on programme management“ in diesem Jahr endet eine Ära für mich, nämlich die Entwicklung nationaler wie internationaler Normen. Angefangen hat alles im Jahr 2002, als die Fachgruppe „Normung“ der GPM Mitstreiter für die Erneuerung der Normenreihe DIN 69901 gesucht hat. Die Entwicklung eines Normentwurfs war sehr gewöhnungsbedürftig, nicht nur die verwendete Sprache, sondern auch der Abstraktionsgrad einer Norm, die alle Branchen und Organisationen abdecken muss, unterscheiden sich stark vom Schreiben eines Fachbuches. Später haben wir dann noch eine Normenreihe für das Multiprojektmanagement entwickelt, die DIN 69909 in den Teilen 1 bis 4. Wie wichtig die nationale Normungsarbeit ist stellte sich dann im Jahr 2007 heraus, als im Rahmen der ISO eine Norm zum Projektmanagement erarbeitet werden sollte, und wir uns über das DIN mit der ins Englische übersetzten Normenreihe DIN 69901 Teile 1 bis 5 um die Mitarbeit bewarben. Weil sich Briten und Amerikaner nicht einig waren, wer die Leitung der Arbeitsgruppe für die Prozesse übernehmen sollte, wurde ich gefragt, dies zu tun, und so begannen im Jahr 2007 die Arbeiten an der ISO 21500. Ging es bis dahin im DIN noch recht beschaulich zu, so stellte sich schon auf dem ersten Treffen der ISO-Projektgruppe in London heraus, dass hier eine Schlacht um den Einfluß auf das Thema tobte – und ich mitten drin. Briten gegen Amerikaner, PMI gegen IPMA und dazwischen die eher kleinen Länder und Interessensgruppen. Dennoch haben wir es irgendwie geschafft uns zusammenzuraufen und einen gemeinsamen Nenner zu finden. Im Jahr 2012 war es dann endlich soweit, nach fünf Jahren intensiver Arbeiten konnte die erste Version der ISO 21500 „Guidance on project management“ veröffentlicht werden. Parallel dazu wurde bei der ISO ein Technical Committee (ISO/TC258) genehmigt, das seit 2011 Normen für das Projekt, Programm und Portfoliomanagement entwickelt. Neben der ISO 21500 gibt es inzwischen Normen für das Portfoliomanagement (ISO 21504) und die Governance für Projekte, Programme und Portfolios (ISO 21505). Normen für die “Work Breakdown Structure”, die “Earned Value Analysis” und “Terminology” sind noch in Arbeit. Weitere Normen sind in der Ideenphase. Wichtig aus deutscher Sicht, die Vorarbeiten an nationalen Normenwerken hilft, nationale Interessen fundierter vertreten zu können und zudem die Arbeiten bei der ISO zu beschleunigen. Aus meiner Sicht sind jetzt die wesentlichen Normen verfügbar, ein guter Zeitpunkt um sich zurückzuziehen und anderen die Normungsarbeit zu überlassen. Es bleiben mir wichtige Impulse aus dem internationalen Umfeld des Projekt-, Programm- und Portfoliomanagements sowie viele Freundschaften rund um den Globus.